Tierärztlicher Hausbesuchdienst 

Tierarzt auf Rädern


Ihr Tierärztlicher Hausbesuchdienst

Auszug aus der Internetseite www.tierarzt-auf-raedern.de

Kastration / Sterilisation von Haustieren
(Kater, Katze, Rüde, Hündin, Heimtier)...


Unterschied Kastration / Sterilisation Was ist eine „Kastration“?
Ziel einer Kastration ist es, die weitere Produktion von Hormonen zu unterbinden, und dies geschieht durch die Entfernung der „Keimdrüsen“. Dabei ist es vollkommen egal, ob es sich um männliche Keimdrüsen, nämlich beide Hoden, oder aber um weibliche Keimdrüsen, nämlich die Eierstöcke, handelt. Man „kastriert“ also sowohl männliche als auch weibliche Haustiere.
Durch die Kastration verlieren die Tiere ihren Geschlechtstrieb und werden unfruchtbar.

Und was ist dann eine „Sterilisation“?
Bei einer Sterilisation bleiben die Hoden bzw. die Eierstöcke an Ort und Stelle, man verhindert aber, dass Samen– oder Eizellen weiterhin transportiert werden können. Dies geschieht durch die Unterbindung der Leitungsbahnen, also der Samen– bzw. der Eileiter.
Der Geschlechtstrieb bleibt erhalten aber die Tiere werden unfruchtbar.

Für beide Operationsarten ist immer eine Vollnarkose nötig. Bei weiblichen Tieren muss immer der Bauch eröffnet werden, der Aufwand bei einer Sterilisation ist mindestens genauso hoch wie bei einer Kastration.

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Soll ich nun kastrieren/sterilisieren? Der §6 des Tierschutzgesetzes verbietet das kastrieren von Tieren ohne medizinische Gründe (physische, psychische, vermehrungstechnische). Daher ist nicht erlaubt - und außerdem auch nicht sinnvoll - alle Tiere grundsätzlich zu kastrieren. Wenn Sie keinen guten Grund finden, Ihr Tier zu kastrieren, ist das ein guter Grund das nicht zu tun.
Gründe für eine Katzenkastration:
Kater deckt HudEs kommt darauf an, wie Sie sich ein gesundes, und vor allem langes, Katzenleben in Ihrem Haushalt vorstellen: Normalerweise sollen Kater und Katzen operiert werden,
  • damit Freiläufer sich nicht unkontrolliert weitervermehren (auch die männlichen nicht!)
  • damit sie nicht die Wohnung mit übel riechendem Urin markieren
  • damit sie nicht ständig Rangordnungskämpfe mit anderen, nichtkastrierten, Freiläufern ausfechten und sich dabei eitrige, manchmal tödliche Verletzungen zuziehen
  • damit sie sich bei hormonell bedingten Kämpfen nicht mit unheilbaren Immunschwäche – Krankheiten (FeLV (Leukämie), FIV (KatzenAIDS), FIP (Brust- und Bauchfellwassersucht) anstecken
  • damit sie (weibliche Katzen) keinen bösartigen Brustkrebs, keine hormonbedingten Knochenmarksschäden und keine lebensbedrohende Gebärmuttervereiterung bekommen.
  • wenn weibliche Katzen unter Ihrer Rolligkeit physisch oder psychisch leiden oder in eine Dauerrolligkeit verfallen
Mit einer Sterilisation erreicht man lediglich, dass keine Nachkommen mehr produziert werden.

Eine Kastration hingegen bietet neben diesem Vorteil zusätzlich die gute Chance auf ein deutlich längeres Katzenleben. Ohne verletzungs- und eiterbedingte Herzklappenschäden und Nierenentzündungen, ohne schmerzhafte Eiterbeulen nach Kämpfen, ohne Gebärmuttervereiterung, ohne Knochenmarksschäden durch Hormon- Überproduktion und ohne Brustkrebs.

Wenn Sie also lieber lange eine möglichst gesunde Katze um sich haben möchten, sollte sie frühzeitig kastriert werden. Falls Sie eine Sterilisation wünschen, weil das Leben Ihrer Katze lieber „natürlich“ kurz und heftig verlaufen soll, bitte ich Sie, diesen Eingriff in einer anderen Tierarztpraxis vornehmen zu lassen, da ich eine solche, unvollständige, den Aufwand einer Narkose nicht rechtfertigende Operation mit meinem ganz persönlichen ärztlichen Gewissen nicht vereinbaren kann.

Gründe für eine Hundekastration
Hunde genießen in der Regel keinen unkontrollierten Auslauf. Entsprechend kommt es weniger zu unkontrollierter Vermehrung, Auseinandersetzungen zwischen Rivalen und weitstreifender Partnersuche als bei Katzen.
Auch ist das Revierverhalten in den eigenen vier Wänden nicht so geruchsintensiv.
Wer seinen Hund also unter Kontrolle hat (und das sollten alle sein), kann diese Überlegung von anderen Faktoren abhängig machen:
  • Hormobedingte Dominanzprobleme. Durch eine chemische Kastration (Wirkung ca. 6 Monate) kann man vor der "echten" Kastration probieren, ob diese Probleme mit der Kastration verschwinden. Wenn nicht, ist das meistens ein Erziehungsproblem.
  • Einige Rüden und Hündinen leiden psychisch sehr unter der Läufigkeit... die einen passiv, die anderen aktiv. Da es in der Regel ein Tierleben lang nicht zum Geschlechtsakt kommen soll, können diese Leiden durch eine Kastration endgültig beendet werden. Sie tun leidenden Tieren einen Gefallen.
  • Bei Hündinnen: Vermeidung von zyklusabhängigen Erkrankungen wie Gebärmuttervereiterung (Pyometra), Brustkrebs (Mamatumoren), einige Hautveränderungen, oder erhebliche Scheinträchtigkeiten. In einigen Fällen ist eine positive Auswirkung der Kastration wissenschaftlich nur nachweisbar, wenn vor der ersten Läufigkeit kastriert wird. Danach nicht mehr.
  • Beim Rüden: Neben den o.a Dominazproblemen akuter Hodenkrebs, akute Prostataerkrankungen, übersteigertes Sexualverhalten.
  • Vermeidung von Fehldeckungen. Ist der Kontakt zwischen Rüde und Hündin wärend der Läufigkeit nicht dauerhaft zu verhindern (z.B. beide im gleichen Haushalt) und ist Nachwuchs nicht erwünscht, muss einer von beiden kastriert werden.
Bis auf den letzten Punkt ist die Kastration hier immer der Weg, der zum erwünschten Ergebnis führt, da die Probleme hormonbedingt sind.
Auch beim letzten Punkt hilft die Kastration, obwohl hier die Hormone nur sekundär das Problem sind.

Gründe für eine Heimtierkastration
Abgesehen von den hohen Vermehrungsraten der meisten Heimtiere entwickeln viele auf Grund der räumlichen Enge und der beschränkten Partnermenge massive, geschlechtsbedingte, soziale Probleme. Die Verletzungen, die sie sich dann unter Umständen zufügen, können schwer sein. Weil der/die Unterlegene nicht aus dem Revier des Siegers weichen kann, enden diese Kämpfe nicht selten tötlich, wenn der Halter nicht eingreift.
Sind diese Konflikte erst einmal entfacht, hilft oft die Kastration nicht mehr. Die Tiere müssen dann dauerhaft getrennt werden. Deshalb ist es bei einigen Tierarten sinnvoll zu kastrieren, bevor die Geschlechtsreife einsetzt. Sterilisation hilft hier nie. Informieren Sie sich auf jeden Fall vor dem Kauf eines Heimtieres über die entsprechenden sozialen Strukturen.
Auch die tierärztlichen Kosten für solche Eingriffe sollten sie sich vor dem Kauf vergegenwärtigen. Die sind unabhängig von den Dumpingpreisen für Tiere in den Zoogeschäften.
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Wann sollte ein Haustier kastriert werden? Ab wann sollten Katzen kastriert werden?
Katzen werden etwa mit 4 – 5 Monaten geschlechtsreif. Ihre Empfängnisbereitschaft äußern sie in der so genannten „Rolligkeit“. Dabei schreien sie oft ausdauernd (gern auch nachts), wälzen sich (rollend) über den Boden und präsentieren ihr Hinterteil (keine Panik, dies ist kein Notfall, aber ein wenig sieht es aus, wie eine schwere Kolik ). Diese Rolligkeiten wiederholen sich, vor allem im Frühjahr und im Herbst, in etwa dreiwöchigen Abständen, manche Katzen entwickeln auch eine Dauer – Rolligkeit.

Der beste Zeitpunkt für die Operation eines weiblichen Tieres ist etwa eine Woche nach einer solchen Rolligkeit, am besten frühzeitig, mit 5 Monaten. 10 bis 14 Tage nach der Operation werden die 2 oder 3 Fäden gezogen, dann ist der Spuk vergessen.

Kater zeigen ihre Geschlechtsreife, die meist mit 5 – 6 Monaten eintritt, durch hormonell bedingte Geruchsstoffe im Urin an, der für unsere Nasen dann sehr penetrant nach Raubtier riecht. Sie markieren mit diesem Urin ihren Revierrand, d.h. unter Umständen Ihre Wände, Einrichtungsgegenstände und Ihre Kleidung. Haben sich die Kater diese Verhaltensweise einmal richtig angewöhnt, verlieren sie die lieb gewonnene Markierungstour nicht immer, wenn sie kastriert werden.

Ein Kater sollte also spätestens mit 6 Monaten kastriert werden. Die Wunden sind so klein, dass sie nicht vernäht werden müssen.

Ab wann sollten Hunde kastriert werden?
Bei Hunden finden verschiedenste geschlechtsspezifische Ausprägungen zu verschiedenen Zeiten statt. Die Geschlechtshormone helfen der Ausprägung des Verhaltens. Wenn also keine hormonspezifischen Verhaltensprobleme auftreten (s.o.), sollte möglichst bis zum Erwachsenenalter (2-3 Jahre) gewartet werden.

Wie oben schon erwähnt, kann die frühe Kastration der Hündin (vor der ersten Läufigkeit) in einigen Fällen positive Auswirkungen auf die Häufigkeit der Bildung von Gesäugetumoren im Alter haben.
Gesäugetumoren werden aber auch nur von 2% aller unkastrierten Hündinnen überhaupt gebildet. Statistisch viel wichtiger als die Kastration ist das Körpergewicht in jungen Jahren... Übergewichtige Jungtiere leiden im Alter häufiger unter Gesäugetumoren, als schlanke (Tipp: Ernährungsberatung).

Ab wann sollten Heimtiere kastriert werden?
Das ist so unterschiedlich, wie die Heimtierarten (Kaninchen, Meerschweinchen, Ratten, Degus, Hamster etc...).
Um soziale Probleme zu vermeiden, sollte die Kastration auf jeden Fall vor der Geschlechtsreife stattfinden. Um unkontrollierte Vermehrung zu vermeiden natürlich auch.
Die Unterschiede bei den Arten sind zu vielfältig, um die Einzelfälle hier aufzuführen. Fragen Sie Ihre Tierärztin im Einzelfall bitte direkt. Nach oben

Werden Hunde und Katzen nach dem Kastrieren nicht immer so dick?
Der klassische Hängebauch, der bei Hunden und Katzen oft 3 – 4 Wochen nach der Operation langsam Gestalt annimmt (bei Heimtieren i.d.R. nicht), ist leider nicht, wie es sich fast alle Tierbesitzer gerne einreden, eine unumgängliche Folge der Kastration. Da die operierten Tiere ja nun keine Hormone mehr produzieren, stellt sich der Stoffwechsel um, sie verbrauchen vom angebotenen Futter viel weniger Kalorien als vorher. Deshalb gilt für Tiere, genau wie für Menschen: Man wird ausschließlich vom (Fr)essen dick! Nicht durchs Kastrieren. Hinzu kommt, dass die Tiere nach dem Kastrieren oft in einem Alter sind, in dem sie sich weniger bewegen. Das unterstützt die beginende Fettleibigkeit.

Wichtig ist also nach einer Kastration die zugeführte Kalorienmenge an die neue Situation anzupassen... und zwar dauerhaft! Dies können Sie erreichen, indem Sie einfach weniger Futter geben, dann bekommt ihre Tier aber auch weniger Vitamine und Mineralstoffe, und das wollen Sie ja eigentlich gar nicht!

Besser, weil ausgeglichener zusammengesetzt, sind kalorienreduzierte Alleinfutter, die einen erhöhten Anteil an sattmachenden Ballaststoffen haben. Lassen Sie sich von uns beraten.
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Kann im Hausbesuch kastriert werden?
Die Kastration (Kater, Katze, Rüde, Heimtiere) ist eine kleine Operation, die wir natürlich bei Ihnen zu Hause machen. Das sind Routineeingriffe, die wir sehr häufig vornehmen.
Rufen Sie uns zur Terminvereinbarung an!

Interessant: Chirurgie... was geht zu Hause?
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Ihr Tierärztlicher Hausbesuchdienst in Hamburg
Dr. med. vet. Imke Rieksmeier
Tel: 0172 / 724 03 32 | Fax: 040 / 64 53 96 97
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